Die Frage nach Wert und Berechtigung von Digital Corporate Publishing war auf meinem beruflichen Weg als Corporate Publisher und Social Media-Verantwortlicher eines ATX-Unternehmens sowie derzeit als Kommunikationsmanager beim deutschen Digitalverband immer wieder offenkundig. Ich war stets von der positiven Wirkung von Corporate Publishing überzeugt, wenngleich es bisher äußert schwierig blieb, dessen implizit wahrgenommene Einflüsse explizit darzulegen und zu operationalisieren.

Fassungslos habe ich persönlich bereits einen äußerst vielversprechenden, sehr gut und plausibel konzipierten Entwicklungsschritt von Corporate Publishing im althergebrachten Sinne (gedrucktes Unternehmensmagazin) zu einem zeitgemäßen, integrierten Multichannel-Ansatz (inkl. Digital Corporate Publishing und Weiterbestand des Druckwerks) scheitern sehen. Genauer gesagt wurde bereits die Umsetzung von vornherein aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Von dem zu erwartenden wirtschaftlichen Mehrwert für das Unternehmen überzeugt, erschien mir das als paradox.

Obwohl die überwiegende Zahl der Argumente klar für die Umsetzung sprach, war es schließlich die Unmöglichkeit, die positiven Effekte eindeutig betriebswirtschaftlich nachvollziehbar darzustellen, die das innovative Projekt in Zeiten des Kostendrucks bereits vor seiner Umsetzung scheitern ließ.

Diese Erfahrung brachte mich aber immerhin dazu, mich intensiver mit der Wirkung von Corporate Publishing und seiner Entwicklung im Rahmen der Digitalen Transformation zu beschäftigen. Handelte es sich bei den positiven Effekten bloß um Vermutungen meinerseits, für die der Zufall die Verantwortung trug, oder sind diese beweis- und messbar? Und wenn dem so sein sollte, sind sie dann in einer Weise darstellbar, die sie auch für Controlling und Management mit Zugängen aus der althergebrachten, wirtschaftlichen Schule nachvollziehbar machen?

“Die Entscheidungen darüber, welche Daten in Unternehmen für das Management zur Verfügung gestellt werden, basieren leider großteils auf Theorien des 19. Jahrhunderts.”
(Daum, 2002)

Diese Aussage ist leider Fakt. Sie erinnert mich an Erfahrungen aus der eigenen Praxis. Vor diesem Hintergrund kristallisierte die Absicht, meine akademisch und praktisch erworbenen Erkenntnisse zu verdichten und hier wissenschaftlich fundiert und ergebnisoffen Licht ins Dunkel zu bringen. Die Frage, die ich in Content & Cashflow beantworten möchte, lautet also:

Welchen Wertbeitrag leistet Digital Corporate Publishing zum Unternehmenserfolg?